Perspektiven N°6: Trailerparks & “wilde Camps” – geräumt und was dann?

Montag 9. Oktober 2023, 18 Uhr | Grüner Salon der Volksbühne Berlin, Rosa-Luxemburg-Platz 2, 10178 Berlin | Eintritt frei

In „wilden“ Hüttencamps, errichtet in Parks oder auf Freiflächen, und in sogenannten Trailerparks, bestehend aus Containern und Wohnwagen, leben vielfach Menschen, die auf dem regulären Wohnungsmarkt keine Chance haben. Denn: Wohnungen sind rar und teuer, die Zugänge zu Wohnraum aufgrund rassistischer und diskriminierender Ressentiments der Entscheidungsträger*innen nicht für alle gleichermaßen geöffnet. Besonders migrantisierten Menschen werden diese erschwert – oftmals gänzlich verwehrt. In zahlreichen Fällen sind hiervon auch Personen der Roma*-Community betroffen.

Im Juli ließ der Bezirk Treptow-Köpenick die informelle Siedlung in der Moosstraße räumen. Die noch größeren Siedlungen beim Bahnhof Grünau und jene im Hönower Wiesenweg in Lichtenberg sollen ebenfalls aufgelöst werden. Der Bezirk machte von Beginn an deutlich, dass nicht allen Bewohner*innen eine Mietwohnung zur Verfügung stehen wird. Im Mai wurde das Camp am Hauptbahnhof durch das Bezirksamt Mitte geräumt. Viele der aus Rumänien zugewanderten Menschen und Familien befinden sich nun vorläufig in einem provisorischen Wohnheim in der Gotenburger Straße, wo sie weiterführende Unterstützungsangebote erhalten. Hilfestellungen, die zu einer nachhaltigen wie selbstbestimmten Stabilsierung der Lebens- und Wohnsituation beitragen, sind jedoch selten. Sie erfolgen zumeist auf Initiative von lokalen Vereinen, Verbänden und Sozialberatungsstellen, die bereits konstant über ihre Kapazitätengrenzen hinaus arbeiten.

Lösungsansätze gegen Wohnungs- und Obdachlosigkeit wie „Housing First“, Safe & Community Places und Tinyhouses werden zwar diskutiert, aktuelle Modellprojekte dieser Art verfügen allerdings nur über begrenzte Ressourcen, Förderungen, Zugänge und Reichweiten. Derweil machen sich Geschäftsleute die Notlage von wohnungslosen Menschen zunutze, zum Beispiel durch die überteuerte Vermietung von Wohnwägen und Containern in Trailerparks.

Auf dem Podium diskutieren Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, Sozialer Arbeit und Aktivismus gemeinsam mit dem Publikum.

Das Bündnis BARE Berlin lädt Menschen, die in Wohnungs- oder Obdachlosigkeit leben oder lebten, dazu ein, ihre Sichtweisen und Erfahrungen zu schildern sowie Kritik und Forderungen auszusprechen. Dies ist im Rahmen der Veranstaltung selbst oder vorab anonymisiert über presse@bare.berlin möglich und unsere Social Media Kanäle:

Panelbesetzung

Philip Moninger (AK Wohnungsnot), Katina Schubert (Sprecherin für Soziales, Fraktion DIE LINKE), Manja (Streetworkerin Erwachsenenstreetwork, Gangway), Claudia Leistner (Baustadträtin Treptow-Köpenick, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), (Ex-)Bewohner*innen prekärer Wohnformen

Moderation: Melike Çınar (Berliner Landeszentrale für politische Bildung)

Barrierefreiheit

Die Veranstaltung wird konsekutiv in rumänischer und deutscher Sprache gedolmetscht. Der Zugang zum Grünen Salon und den sanitären Anlagen ist leider nicht barrierefrei. Bei Assistenzbedarfen bitten wir um Rückmeldung unter info@bare.de | Weitere Informationen zum Veranstaltungsort

*Änderungen vorbehalten

Mit freundlicher Unterstützung der